Direkt zum Hauptbereich

Bijou 2006-2023

Bijou - 2006-2023



Mein lieber Dosi, 

als ich bei dir eingezogen bin, war ich gerade mal ein halbes Jahr alt. Nicht schüchtern, nein – ich bin gleich in jedes Herz geschlüpft, als hätte mir niemand was anderes erlaubt. Wir zwei sind durch dick und dünn gegangen – wirklich!

Du warst mal für Wochen weg, wegen deiner Reha oder Kur. Aber bei deiner Schwester war ich immer gut aufgehoben. Sie hat in der Zeit bei dir gewohnt und gut auf mich aufgepasst.

Doch das Jahr 2023 … das sollte kein gutes für uns werden. Du musstest wieder zur Kur, und deine liebe Schwester hat auf mich aufgepasst. Ich war ja schon eine alte Dame – 17 Jahre jung!

Eines Tages klingelte dein Handy. Deine Schwester war dran – und dann gab sie gleich an die Tierärztin weiter. Ich war in der Tierklinik. Du wusstest, dass irgendwann die Zeit kommt … aber dass sie ausgerechnet kommt, während du auf Kur bist, das hast du nicht geahnt.

Ich war stolze 17 Jahre alt. Solltest du mich wirklich mit Medikamenten und Spritzen am Leben lassen? Auch wenn es dir schwerfiel – du wolltest mich nicht leiden lassen. Du hast zur Tierärztin gesagt: „Lassen Sie sie gehen.“ Da war es schon so weit. Ich schlief sanft ein, schnurrte noch kurz – und dann stand mein Herz still.

Katzenhimmel


Jetzt war es so weit: Ich stand am Tor zum Katzenhimmel. Und ich muss sagen: So übel ist es hier oben gar nicht. Natürlich schaue ich ab und zu runter, was mein Herr so treibt. Schließlich war er total traurig, als er nach Hause kam – und ich nicht mehr da war.

Jetzt habe ich einen schönen Platz auf deinem Schrank: mit Kerzen, einer Gedenktafel und - nicht zu vergessen - der Katzenurne, in der meine Asche ist. Du hast dir gedacht: „Bijou hat es verdient, bei mir zu bleiben.“ Und natürlich redest du ab und zu mit der Urne – und erzählst mir von deiner Nelly, die bei dir im März 2024 eingezogen ist. Aber was du nicht weißt: Ich habe sie zu dir geschickt. Damit du nicht so traurig bist.

Aber nun noch mal zum Katzenhimmel:

Ich lebe jetzt schon fast drei Jahre hier oben – und ich habe mich gut eingelebt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was man hier so erlebt! Jeden Tag kommen neue Katzen, Hunde und andere Tiere dazu – schließlich ist der Katzenhimmel riesig.

Jeden Abend ruft der Katzengott alle zusammen und erzählt uns Geschichten von der Zaubermaus – halb Katze, halb Mensch auf Erden. Anfangs musste ich, Bijou, ein bisschen lachen. Aber das Lachen sollte mir vergehen. Denn es sind zum Teil wahre und zum Teil Fantasiegeschichten – geschrieben von der Zaubermaus.

Und als ich irgendwann begriffen habe, wer sie schreibt, konnte ich es nicht glauben: Es war mein Herr Ingo! „Echt?“, dachte ich. „Bin ich diese Katze, über die er da schreibt?“

Ich spürte, wie alle Tiere dem Katzengott gespannt zuhörten. Keiner wagte auch nur ein Wort zu sagen. Er erzählte uns auch, dass es schon sieben Bücher gibt – und die Geschichten natürlich noch weiter erzählt werden.

Schnurr
deine Bijou


Und wenn ihr mehr über die Bücher von meinem Herrchen Ingo Schorler erfahren möchtet, dann schaut einmal hier vorbei. Mein Leben hat ihn oft zu diesen Geschichten inspiriert:





Zaubermaus-Reihe von Ingo Schorler - 
fantastische Abenteuer einer Katze und ihres Freundes Paul. 









Kommentare

Unsere Gedenkseiten

Darf ich mich vorstellen ... Sammy

Ich bin Sammy. 12 Jahre alt. Und damit, wie man so sagt, eine alte Katze.  War ich nicht ein hübsches kleines Kerlchen? Du hättest dich doch sicherlich auch gleich in mich verliebt ... oder? Geboren wurde ich also vor ziemlich genau 12 Jahren – wobei ich mich, ehrlich gesagt, nicht mehr an jedes Detail erinnere. Was ich aber weiß: Mein Leben hat nicht besonders gemütlich begonnen. Man hat mich zusammen mit meinen Geschwistern in einem Wald bei Bildstein gefunden. Das ist in Vorarlberg. Ganz allein waren wir nicht – aber auch nicht wirklich sicher. Es war kühl, ein bisschen unübersichtlich, und wir hatten noch keine Ahnung, wie die Welt funktioniert. Dann ging alles ziemlich schnell. Ich kam ins Tierheim Dornbirn. Da war ich ungefähr 10 Wochen alt. Dort gab man mir den Namen Primus und machte einen Zettel über mich und meinen Fundort fertig. Doch im Tierheim blieb ich genau ... genau einen Tag. Einen. Ich finde, das sagt einiges über mich aus. Meine Fressnapfbefüller Am nächsten Tag...

So ging mein Leben weiter ..

Wie ich zu meiner Familie kam, das wisst ihr ja jetzt bereits. Ich war damals noch recht schüchtern, deshalb hat mich die Tochter der Familie erst einmal "gezähmt". Ja, ihr habt richtig gelesen. Wie sie das gemacht hat? Ganz einfach - sie hat für mich in ihrem Zimmer ein Zelt gebaut mit gaaaannzzzzz vielen Kissen. Dann hat sie sich zu mir gesetzt und mir - jetzt passt ganz genau auf - stundenlang -  stundenlang Katzenmärchen vorgelesen. Da wärt ihr auch ganz zahm geworden ... Ja, das bin ich - jugendlicher Kater. Und Held eines ganzen Buches ... na ja, nicht ganz, andere Katzen spielen da auch schon eine Rolle.  Wer hat denn auch ahnen können, dass diese Familie ganz viel mit Büchern zu tun hat. Egal, mein Schaden wars jedenfalls nicht, hab es bei denen eigentlich ganz gut getroffen. Bin sogar (fast) Held eines ganzen Buches geworden - die anderen Katzen da drin ignorieren wir mal. Aber von dem Buch "Meine Katze ... und ich" - ich bin das auf dem Titelbild - will i...

Wenn Katzen älter werden – ein neues Kapitel beginnt

Es gibt diesen einen Moment, den viele Katzenhalter kennen: Man schaut sein Tier an – und merkt plötzlich, dass es nicht mehr ganz so jung ist wie früher. Die Bewegungen sind ruhiger geworden, der Schlaf ein bisschen tiefer, die Abenteuerlust etwas gezügelter. Und doch ist da etwas Neues entstanden: eine ganz besondere Form von Nähe. Das Leben mit einer alten Katze ist anders. Nicht schlechter – nur leiser, bewusster und oft intensiver. Burli  begleitete uns neun Jahre durchs Leben, bevor er starb.  Mit den Jahren verändert sich nicht nur die Katze, sondern auch die Beziehung zu ihr. Routinen werden wichtiger. Kleine Gesten bekommen mehr Bedeutung. Das gemeinsame Sofa wird zum Lieblingsort, und selbst ein ruhiges Nebeneinander hat plötzlich etwas sehr Verbindendes. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Unser Burli, der uns neu Jahre lang begleitete - und anfangs wirklich ein wahrer Haudegen war - wurde Jahr um Jahr anhänglicher, etwas, was wir in der Form von ihm...