Burli (Meier) - Mai 2005 bis Februar 2014
Geboren wurde ich irgendwann im Mai 2005. So stand es in den Unterlagen meiner Dosenöffner. Die holten mich im März 2006 aus dem Tierheim in Dornbirn zu sich nach Braz, einem kleinen Ort in Vorarlberg. Und das kam so:
Meine Menschen waren von Deutschland nach Österreich ausgewandert. Wohnten hier in einem schmucken alten Bauernhaus. Ab er wie das so ist mit alten Häuser ... Was soll ich sagen. Als mein Frauchen die Kisten anfing auszupacken - im Badezimmer - spazierte ihr doch glatt eine Maus über den Fuß. Einfach so. Ich lebte damals noch nicht bei meinen Fressnapfbefüllern, denn sonst wäre DAS sicherlich NICHT passier,
Mein Frauchen, das muss ich einfach mal so sagen, hatte - und hat noch immer - panische Angst vor Mäusen. Warum das so ist? Keine Ahnung, habe ich auch nie verstanden. Ich liebte Mäuse ... mampf ... schmatz ...
Aber weiter zu meinem Frauchen. Das hatte also panische Angst, sprang in die Luft ... und landete auf der Maus. Die war dann ... mausetot. Ein Sprint in die Küche auf den Küchentisch, das Handy gezückt und den holden Gatten angerufen. Hysterisch, wie ich später hörte. Na seis drum, war je mein Glück. Denn ein oder zwei Wochen später durfte ich bei der Familie einziehen. Und hatte es da wirklich sehr gut.
Künftig teilte ich mir das leckere Futter mit den Mäusen, die sich hinter der Tiefkühltruhe eingenistet hatten. Man konnte ja nie wissen, wofür so eine Partnerschaft mal gut sein würde ... Meinen Fressnapfbefüllern habe ich das natürlich nicht verraten. Die haben das wirklich erst gemerkt, als wir alle vier drei Jahre später umgezogen sind.
Streitbarer Geist
Na, da war ich jetzt also der Neue in der Katzenrunde, die zu diesem Zeitpunkt aus einer feschen Katzenlady zwei Häuser weiter (und leider sehr schüchtern) und dem ungehobelten, verfressenen Carlo von gegenüber bestand. Die Kätzin ist immer vor mir abgehauen .. aber Carlo, dem habe ich es erst mal so richtig gezeigt.
Ich sag euch, den habe ich im Laufe meines Lebens mehr als einmal vermöppt! Hab dabei manche Blessur davongetragen. Zwackel im Ohr uns so. Na ja, was man nicht alles tut, wenn man sein Revier verteidigen will. Das hatte ich übrigens schon in Braz gelernt. Denn auch da wohnte so ein weißer Flegel ... Schmuddler hieß der. Ich sag euch, wir haben uns nichts geschenkt. Na ja, ich vielleicht doch. Denn einmal blieb einer meiner Eckzähne in seinem Popo hängen. Wenns nicht schlimmer wird ...
Leider sehr krank geworden ...
Ich hatte wirklich ein gutes Leben bei meiner Familie. Der Fressnapf war immer voll, es gab jeden Tag jede Menge Streicheleinheiten und ich durfte so oft uns so lange nach draußen wie ich wollte.
Leider bin ich dann sehr sehr krank geworden. Ich habe nur noch geschlafen, mochte die letzten Tage mein Futter nicht mehr und mein Fell war struppig. Das ging alles ganz schnell. Wir sind dann alle vier zum Tierarzt. Und dann hieß es ... Chronische Niereninsuffizienz. Das ist eine ganz blöde Krankheit. Und an der bin ich dann auch ein paar Tage später gestorben. In den Armen von meinem Menschenpapa. Und meine Menschenmama hat mich auch gestreichelt, als die Tierärztin mit der Spritze kam.
Heute ruhe ich - bzw. meine Asche - in einer kleinen Holzurne im Garten meiner Menschen. Ich bin gut über die Regenbogenbrücke gekommen. Und ich weiß, wenn heute ein Regenbogen am Horizont erscheint, dann senden mir meine Menschen immer noch einen lieben Gruß. Auch sie haben mich nie vergessen.



Kommentare
Kommentar veröffentlichen