Katzek (Schmidt) - 1974 bis 1995
Wie ihr seht, ist mein Foto schon etwas älter. Wann ich genau geboren wurde, weiß ich nicht, es muss so um 1974 gewesen sein. Zu meiner Menschenfamilie kam ich aber erst, als ich schon etwa zwei Jahre alt war. Das Alter konnte mein Tierarzt damals nur aufgrund meiner Zähne schätzen, denn niemand weiß wirklich, woher ich kam.
Zu meiner Familie, die in einem Hochhaus wohnte, kam ich an einem kalten Dezembertag. Die älteste Tochter der Familie hatte Mitleid mir, denn ich schlich ausgehungert und frierend schon seit Tagen um das Haus, doch niemand wollte mir Obdach geben. Bis dieses Mädchen kam und mich einfach zu seiner Familie brachte.
Nur einen Tag
Dort hieß es, ich dürfe nur einen Tag bleiben ... und auch nur, weil es so kalt sei. Ich benahm mich aber so gut, dass meine Galgenfrist verlängert wurde. Na ja, was soll ich lange reden. Aus dem einen Tag wurden dann fast 20 Jahre. Ja, ihr habt richtig gehört. Als ich starb, war ich um die 22 Jahre alt. Und mein Tod war schließlich sogar eine Erlösung, denn ich hatte einen Schlaganfall erlitten und mir ging es sehr sehr schlecht. Mehr will ich gar nicht erzählen.
Ich hatte bei meiner Familie aber ein sehr gutes Leben die ganzen Jahre über, auch wenn ich nur - wegen des doofen Hochhauses - als Wohnungskatze leben durfte. Manchmal nahm mich mein Herrchen an der Leine mit in seinen Schrebergarten, aber das mit der Leine fand ich dann doch ziemlich doof. Außerdem hasste ich Autofahrten. Ich hätte jedes Mal kot... könne. Ich weiß, das sagt man nicht, war aber wahr.
Einmal musste ich eine ganz weite Strecke mit meinem Herrchen fahren. Der hatte mich in diese olle Transportbox gesteckt mit diesem blöden Gitter davor. Ich habe miaut und miaut, hat aber nicht geholfen. Tja, und dann habe ich mit meinen beiden Vorderpfoten so lange an dem ollen Gitter gerüttelt und gezergelt, bis ich frei war ... und mir im Auto einen schönen Schlafplatz suchen konnte. Ja, ich war ganz schön kräftig.
Das lag vor allen Dingen an dem guten Futter, das mein Herrchen mir immer gab. Ich habe es ihm gedankt. Ihn jeden Tag an der Tür abgeholt, wenn er von der Arbeit kam, und nachts habe ich am Fußende in seinem Bett geschlafen. Nacht um Nacht, Jahr um Jahr ...
Ja, ich hatte ein schönes Leben.

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